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Sollten kleine Hunde bellen dürfen?

Sollten kleine Hunde bellen duerfen

Sind wirklich alle kleinen Hunde Kläffer? | © leungchopan/Photodune.net

Sind kleine Hunde immer Kläffer?

Es ist immer wieder ein großes Thema und immer wieder ein gängiges Klischee. Die Rede ist vom Bellen, denn kleine Hunde werden oft als Kläffer bezeichnet, die immer und zu jederzeit bellen müssen. Dabei ist das so wieder gar nicht richtig, wie eigentlich die meisten Klischees, und deshalb möchte ich mir hier mal die Mühe machen und das Thema ein wenig aufschlüsseln. Warum bellen kleine Hunde eigentlich, warum bellen Hunde allgemein und vor allem möchte ich die Frage klären: Sollten Hunde überhaupt bellen dürfen? Es gibt unzählige Meinungen zu dem Thema, denn wie so oft bei der Hundeerziehung, meint so ziemlich jeder Halter es besser als der andere zu wissen und schnell gibt es viele laute Stimmen und viele, die das Gehörte einfach nur nachplappern, ohne mal selbst darüber nachzudenken. Zeit sich dem Thema also mal intensiv anzunehmen und sämtliche Aspekte zu beleuchten, um am Ende ein wenig Klarheit zu schaffen. Also was ist jetzt, dürfen bzw. sollten kleine Hunde Bellen? Schauen wir uns das mal im Detail an.

Warum bellen kleine Hunde?

Zunächst einmal muss etwas Grundsätzliches geklärt werden. Viele Halter vergleichen den Hund nämlich immer noch mit dem Wolf und auch wenn der Vierbeiner in den eigenen vier Wänden, vor was weiß ich wie vielen Jahren mal vom Wolf abstammte, so haben beide heute nur noch sehr wenig gemeinsam. Außerdem hat der Hund nicht per se alles übernommen, wie es auch beim Bellen der Fall ist. Wölfe bellen nämlich nicht, es gibt unter ihnen zwar auch Lautäußerungen, aber kein klares Bellen wie es unsere Hunde daheim zeigen. Warum bellt ein Hund dann überhaupt, wenn es gar nicht seiner Natur entspricht? Vermutlich weil der Mensch es stets gefördert hat, bis er es dann leid war und es heute meist gar nicht mehr hören will. Denken wir mal zurück an Zeiten, in denen beispielsweise die Jagd noch vollkommen normal und äußerst populär gewesen ist. Jagdhunde mussten bellen und das war auch so gewollt. Oder Rettungshunde, die ebenfalls bellen sollen, wenn sie etwas entdeckt haben. Es gibt auch Hütehunde, die speziell in diese Richtung gezüchtet wurden. Oder eben der Klassiker: Der bellende Wachhund, der potenzielle Einbrecher verschreckt. Bellen ist also etwas, was der Mensch mit seinen Züchtungen immer wieder fördern wollte und gefördert hat. Erst heute scheint es nicht mehr gebraucht, ist aber tief verankert und zur Natur des Hundes geworden. Bei den Kleinen, wie bei den Großen. Bei kleinen Hunden heißt es außerdem, dass sie wesentlich höhere Töne wahrnehmen, deshalb eventuell auch empfindlicher sind und Geräusche schneller wahrnehmen, weshalb sie dann auch schnell mit dem Bellen beginnen.

Wie lange dürfen kleine Hunde bellen?

Wie lange Hunde bellen dürfen, ist eine völlig bescheuerte Frage. Dennoch taucht sie ebenfalls immer wieder auf, von Haltern die meinen, dass sie ihrem Hund das Bellen nicht untersagen dürfen. Die stehen dann meist Taubstumm daneben, während sich ihr Hund heiser bellt und gar nicht mehr davon wegkommt. Dauerbellen also, was es durchaus gibt und was mir nach wie vor unbegreiflich ist. Selbstverständlich sollte ein Hund nicht die ganze Zeit Bellen dürfen, vor allem aber nicht dauerhaft. Selbst wenn ihr eurem Hund das Bellen nicht komplett verbieten oder untersagen wollt, so dürft ihr ihn dennoch nicht einfach so zum Kläffer werden lassen, einem Dauerbeller der bald die ganze Nachbarschaft nervt. Niemand lebt alleine und der Respekt vor anderen Menschen sollte schon dafür sorgen, dass der eigene Hund stets unter Kontrolle gehalten wird, auch was das Bellen betrifft. Die Antwort lautet also: Bellen ist nicht gleich schlecht, aber einen Kläffer oder Dauerbeller will wirklich niemand haben und so gilt es das Bellen, wenn es denn geduldet wird, zumindest unter Kontrolle zu halten. Wie lange darf der kleine Hund also bellen? Höchstens einmal kurz, schließlich will er meist etwas damit sagen oder auf etwas hinweisen. Dafür reicht eine kurzes Bellen, er muss nicht gleich die Nachbarn wecken.

Wann dürfen kleine Hunde bellen?

Mit einem Bellen möchte der Hund also etwas sagen. Trotzdem darf das nicht missverstanden werden, denn Bellen ist keine echte Kommunikation. Von Haltern wird das Bellen oft vermenschlicht, als sei es die Stimme des Hundes und als wäre ein verbot so, als würde man ihm das Sprechen verbieten. Es ist aber nicht das Sprechen des Hundes. Vielmehr bellen Hunde, um klare Signale zu geben. Zum Beispiel als Warnung oder Drohung an den gegenüber. Oder das oft schon langweilig klingende Bellen des Wachhundes, der sein Revier verteidigt und alles verbellt was sich auch nur nähert. Bei kleinen Hunden gibt es oft auch das simple Bellen nach Aufmerksamkeit. Hunde merken einfach, dass sie Beachtung bekommen, sobald sie anfangen zu kläffen. Hat sich das erst einmal verinnerlicht und wird Bellen immer wieder mit Beachtung der Menschen belohnt, habt ihr schnell denn alltäglichen Teufelskreis. Auch beim Spielen lassen viele Hunde mal ein kleines Wuff von sich, um ihren gegenüber herauszufordern. Ängstliche Hunde kläffen auch regelrecht, weil sie in Panik sind und sich in diese hineinsteigern. Es ist dann oft ein helles und hohes Kläffen, welches oft auch in einen Schrei übergeht, sobald der entsprechende Hund von Gegenüber sich nähert. Pauschal verbieten lässt sich das Bellen nicht, doch gut erzogene Hunde sind eben von sich aus eher ruhiger. Mit Angst sollte jeder kleine Hund lernen umzugehen, dann bricht er auch nicht sofort in Panik aus. Ein Kläffer im Spiel ist dagegen, das ist voll okay, dass hat auch nichts mit echtem Bellen bzw. störendem Bellen zu tun. Besitzansprüche an sein Spielzeug oder sein Herrchen, darf ein kleiner Hund selbstverständlich nicht stellen, genau so wie er andere Hunde nicht von seinem Körbchen oder Grundstück verbellen sollte. Auch hier ist das Bellen aber nicht das eigentliche Problem, sondern die Erziehung dahinter. Wenn ihr alles im Griff habt, eurem Hund ein Vorbild und eben schlichtweg der Rudelführer seid, er genug beschäftigt wird und artgerecht erzogen wurde, dann gibt es aus Sicht des Hundes kaum noch etwas, was ihm Probleme bereiten könnte. Dann folgt höchstens noch ein Bellen, um euch als Rudelführer auf etwas aufmerksam zu machen, doch Grund zur Panik gibt es nicht und zu verteidigen haben gut erzogene Hunde eben auch nichts. Hunde dürfen also bellen, doch panisches Gekläffe hat vor allem mit mangelnder Erziehung zu tun. Wenn ein Hund also hin und wieder mal einen Laut von sich gibt, ist das meiner Ansicht nach natürlich und sollte deshalb nicht unterbunden werden. Lautes Dauergekläffe allerdings schon, wobei hier nicht einfach das Bellen untersagt werden kann, sondern der Grund für das Bellen gesucht werden muss.

Kleinen Hunden das Bellen abgewöhnen?

Weil es an der Erziehung liegt, lässt sich das Bellen auch nicht von heute auf morgen abstellen. Jedes Bellen hat einen Hintergrund. Dieser Hintergrund muss gefunden werden. Warum bellt euer Hund in der bestimmten Situation? Was will er damit ausdrücken? Es gilt also zunächst einmal, das Bellen einzuordnen. Warum ein Hund bellt, habe ich oben schon beschrieben. Angst, Spiel, Bewacher, Aggression und so weiter. Seid ihr euch sicher, warum euer kleiner Hund bellt, gilt es genau dort anzusetzen. Hat er Angst? Dann müsst ihr ihm ein klarer Rudelführer sein, ihm die Angst nehmen und mit ihm üben, ihm Zeit geben neue Hunde kennenzulernen und ihm Erfahrungen ermöglichen, bei denen er merkt, dass auch große Hunde ganz lieb sein können. Am besten mit einem ruhigen großen Hund üben und einfach mal abwarten bis sich euer kleiner Angsthase locker macht, das Bellen einstellt und über seinen Schatten springt. Ist es Aggression? Dann gibt es hier nichts weiter zu dulden. Ein bestimmtes und klares “nein” ist angebracht, eventuell mit anschließender Korrektur, also etwas was ihn aus der Situation herrausreißt. Ein leichter Ruck an der Leine, eine simple Berührung, irgendetwas dieser Art eben. Dann müsst ihr euch die Frage stellen, warum er Aggressiv war oder ist. Findet also zunächst den Grund für das Bellen und arbeitet dann daran, diesen zu beseitigen oder zu korrigieren. Bellen ist nur die Folge des eigentlichen Problems. Seid euch da aber nicht zu sicher, denn gerade Anfänger schätzen ihren Hund oft komplett falsch ein und gerade bei Kleinhundehaltern werden Aggression oder Besitzansprüche oft mit Angst verwechselt. Ohne professionelle Hilfe wird das bei den Meisten also nichts, weil sie schlichtweg den Grund nicht erkennen oder ihren Hund falsch einschätzen.

Welche Hunde bellen nicht?

Natürlich gibt es Rassen die weniger bellen, die nicht so territorial sind und natürlich neigt der ein oder andere Jagdhund erst recht zum bellen. Trotzdem lässt sich bei Hunden eigentlich nichts pauschalisieren. Sie alle bellen und auch die, die eigentlich weniger bellen sollten, können echte Kläffer werden. Ihr solltet das Bellen daher schon früh in den Griff kriegen und am besten stets untersagen, zumindest aber herunterregeln. Mal einen kleinen Laut von sich zu geben, ist kein Problem, mehr wollt ihr aber nicht hören. Am besten achtet ihr darauf, was euer Hund euch sagen möchte und zeigt ihm, dass ihr es verstanden habt. Mehr Gebell muss dann nicht sein, dass ist für einen Hund auch kein lebenswichtiges Verhalten und eure Nachbarn wollen den Krach auch nicht hören. Vor allem bei Welpen lässt sich das leicht in den Griff bekommen, sodass sie später eher ruhig sind. Bei ausgewachsenen Hunden ist das schon schwieriger, denn die sind ein wenig festgefahren in ihren Gewohnheiten. Macht aber nichts, denn wie immer bei Hunden lautet auch hier das Motto: Nichts von jetzt auf gleich erwarten, doch beständig daran arbeiten führt zum Ziel. Viel Erfolg also.